Wer derzeit aufmerksam die Nachrichten verfolgt, der wird sich schon so seine Gedanken gemacht haben, ob sein Geld künftig noch genauso viel Wert ist wie im Moment. Warum? Die Regierung stellt großzügig Milliardenpakete und Abwrackprämien bereit, mit Geld, das es im Grund gar nicht gibt. Die Folge: Die Notenpressen werden angeworfen und es kommt zu einer Inflation, also zu einer Entwertung des Geldes. Denn je mehr man von etwas hat, desto wertloser ist es. Steuern wir also auf die nächste Blase zu? Wann wird sie platzen?
Die hohen Preise für Benzin, Strom und Gas bringen viele Verbraucher ins Straucheln. Im September 2008 betrug die Inflationsrate, also der Anstieg der Verbraucherpreise innerhalb eines Jahres 2,9 Prozent. Die hohen Preise sorgen nicht nur beim Bäcker oder an der Tankstelle für Aufregung, sondern auch auf dem Konto.
Steigende Preise bringen auch eine schleichende Entwertung der Sparguthaben mit sich. Bei der derzeitigen Inflation würden aus beispielsweise 20.000 Euro innerhalb von zehn Jahren 15.027 Euro werden (unverzinst). Innerhalb von 20 Jahren würden sich die 20.000 Euro sogar fast halbieren. Wer glaubt, dass man mit einer Verzinsung in Höhe der aktuellen Inflationsrate eine solche Geldentwertung verhindern kann, hat die Rechnung ohne das Finanzamt gemacht. Das funktioniert nur dann, wenn die Zinsen, die man erzielt, unter dem Sparerfreibetrag plus Werbungskostenpauschale (bis 2008) bzw. dem Sparerpauschalbetrag (ab 2009) von 801/1602 Euro (ledig/verheiratet) liegen. Denn alles, was darüber liegt, mss mit 25 Prozent plus 5,5 Prozent Soli und ggf. Kirchensteuer versteuert werden.
So entsteht eine Inflation
Kettenreaktion: Eine Inflation ist meist das Ergebnis einer “boomenden” Wirtschaft. Die steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in einer solchen Phase lässt die Preise anziehen. Im Gegensatz dazu gibt es auch eine “importierte Inflation”. So führt derzeit die hohe Nachfrage nach Öl, Gas und Rohstoffen auf den Weltmärkten zu einer Inflation in vielen Industrieländern, ohne dass die eigene Wirtschaft brummt. Die hohen Preise, die zu einer Versteuerung der Lebenshaltungskosten führen, haben dann mitunter sogenannte Zweitrundeneffekte zur Folge. Um den Kaufkraftverlust abzufedern, setzen Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter Lohnerhöhungen durch, die als Kosten zu einer zweiten Preissteigerungsrunde führen. Die Zentralbanken versuchen je nach ihrem Auftrag, die Gefahr einer Inflation durch eine Anhebung des Leitzins zu bekämpfen. Bei einer importierten Inflation geraten sie dabei mitunter zwischen alle Stühle. Denn steigende Zinsen sind für eine schwächelnde Wirtschaft wie Gift.


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