Wie der Wert ihrer Häuser abstürzt, kann die amerikanische Oberschicht in einer neuen Rubrik der New York Times verfolgen. “Was Sie für zwei Millionen Dollar bekommen”, so heißt die populäre Immobilienseite. Zu einem Bruchteil früherer Preise stehen dort Traumhäuser zum Verkauf. Es sind geplatzte Träume: Ein Landsitz außerhalb von Los Angeles am Sequoia-Nationalpark mit eigener Insel und eigenem Strand; eine historische 9-Schlafzimmer-Villa aus dem 19. Jahrhundert inmitten von 5 Hektar Feldern und Wald, eine halbe Stunde nördlich von Philadelphia. Oder ein 535-Quadratmeter Luxusbungalow in Miami mit Pool unter Palmen, Marmorbädern und einem Weinkühler in der Gourmetküche.
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Inflation oder Deflation?
Unter den Ökonomen, Analysten und auch allen anderen, die zur wirtschaftlichen Lage etwas beizutragen haben, wird momentan vor allem eine Debatte geführt: Führt uns diese Wirtschaftskrise und die Art und Weise, wie seitens der Politik und hier insbesondere der Geldpolitik darauf reagiert wird, in eine Inflation oder Deflation?
Die Anhänger der Deflatiostheorie haben die Wirtschaftsdaten zurzeit klar auf ihrer Seite. Die Preise fallen überwiegend, der jüngste Anstieg des Ölpreises wird daran nicht viel ändern. Und in der Tat fehlt einem momentan die Fantasie, aus welcher Richtung Inflation kommen sollte. Das Gelddrucken der Notenbanken führe nicht zwangsläufig zu einer Inflation, argumentieren die Anhänger der Deflationstheorie, da das Geld im Finanzsystem hängen bleibe. Japan sei das beste Beispiel. Trotz eines riesigen Haushaltsdefizits, das man dort seit Ausbruch der Wirtschaftskrise für diverse Konjukturpakete angehäuft hat, führte es bisher zu keinen Preissteigerungen. Im Gegenteil, immer wieder schlitterte die Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne in die Deflation.
Die Anhänger der Inflationstheorie haben in erster Linie den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite. Dieser sagt ihnen, dass die Staatsschulden, die nun noch in viel gigantischerem Ausmaß als schon in der Vergangenheit aufgebaut werden, im Grunde nie rückzahlbar sein werden. Und da ein Staat, der sich in seiner eigenen Währung verschuldet, nicht pleitegehen kann, weil der das Geld schließlich druckt, in dem er sich verschuldet, kommt schlichter Zahlungsausfall nicht infrage, sondern nur die Geld- und damit auch Schuldentwertung durch Inflation. Wann diese kommt und aus welcher Richtung ist zugegeben schwer vorhersagbar. Die Rohstoffnachfrage wäre eine mögliche Variante, die aufgrund der nach wie vor stabilen Nachfrage aus China und der wachsenden Weltbevölkerung steigen sollte, selbst wenn die Wirtschaft in den Industrieländern längere Zeit nicht wachsen würde.
Vor allem aber kann eine wirkliche Deflation als ausgeschlossen gelten, weil in einer Welt des reinen Papier- und nicht mit Gold gedeckten Geldes die Regierungen Deflation immer verhindern können. Und wenn sie zur Not den Leuten Schecks ins Haus schicken, wie die US-Regierung dies unter Präsident Bush bereits getan hat.
Wer sich vor einer möglichen Inflation schützen möchte, sollte sich vor allem an Sachwerte halten. Gold scheint hier derzeit die beste Möglichkeit zu sein, und es war im Übrigen fast die einzige Form der Geldanlage, mit der Rendite zu erzielen war. Das Interessante daran ist, dass Gold nicht weit von seinen Höchstkursen bei 1033$/Feinunze entfernt ist, obwohl von Inflation aktuell ja nichts erkennbar ist. Das bedeutet, dass es allein schon von der allgemeinen Unsicherheit profitiert. Kommt es aber auch noch zur Inflation, dürften die Feinunzenpreise explodieren. Für den Goldkauf bieten sich unterschiedliche Optionen an. ETFs sind sicherlich eine davon. Wer es mit Hebel mag, setzt auf entsprechende CFDs.
Sammlerstücke richtig kaufen
Der Sammlermarkt läuft nach ähnlichen Regeln wie die Börse. Auch hier zahlt sich Hintergrundwissen aus. Mancher Anleger mag daran denken, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Also eher nicht in klassische Sachwerte (wie Gold oder Immobilien) zu investieren, sondern in echte Sammlerstücke – etwa Kunst, Antiquitäten, Schmuck oder Oldtimer. Für solche Fälle gibt es drei Ratschläge:
- So gute Sachen kaufen, wie man es sich gerade leisten kann
- Das Auge schulen und Hintergrundwissen über das jeweilige Gebiet erwerben
- Fachkundige Berater suchen
Ebenso wie an der Börse kann man entweder zu einem hohen Preis bei etablierten Objekten einsteigen oder relativ günstig bei Dingen, die gerade nicht en vogue sind. Als mögliches Investment gegen den Trend sind z.B. die Möbel aus der Zeit des Biedermeier, also der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die sind derzeit nämlich so billig, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Aber auch die Werke junger Künstler bieten Aussicht auf überdurchschnittliche Gewinne. Als Sammlergebiet eher zu meiden sind Briefmarken. Es fehlt hier schlicht und einfach am Nachwuchs.
Die teuersten Objekte auf einen Blick:
1. Jackson Pollock Number 5 (1948), Gemälde, 106 Mio. Euro
2. Bugatti Royale Kellner (1931), Auto, 10,4 Mio. Euro
3. Double Eagle (1933), Münze, 5,8 Mio. Euro
4. Fehldruck der Tre Skilling Banco (1855), Briefmarke, 1,9 Mio. euro
5. Aktie der Deutschen Bank (1871) 0,08 Mio. Euro
Immobilien als Inflationsschutz
Immobilien sind natürlich ein Inflationsschutz. Allerdings nur dann, wenn die Lage des Objekts gut genug ist, eine allgemeine Preissteigerung über Mieterhöhungen abzufangen. In Städten mit solider wirtschaftlicher Basis ist das in der Regel möglich, in strukturschwachen Gebieten aber schwierig.
In jedem Fall sollten Anleger die Grundregeln der Vermögensanlage beachten. Die wichtigste lautet nach wie vor: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Je nach Lebenslage, individueller Risikofreudigkeit und langfristigen Zielen ist eine unterschiedliche Verteilung des gesamten Sparkapitals auf verschiedene Anlageklassen sinnvoll und attraktiv. Unter langfristigen Gesichtspunkten erscheint ein Mix aus 50 Prozent Geldvermögen und 50 Prozent Sachwerten richtig und vernünftig. Je nach Marktlage kann einer von beiden Schwerpunkten auf bis zu 60 Prozent angehoben werden, im jetzigen Umfeld zugunsten von Sachwerten.
Tatsache ist, dass die Finanzmärkte sich gegenwärtig noch immer in einer Extremsituation befinden, in der die Stimmung zwischen Panik und Euphorie schwankt. Das sind keine guten Ratgeber, sondern sie führen leicht zu irrationalen Entscheidungen. Auch bei wahren Werten wie Gold und Immobilien ist also eine genaue Analyse angesagt.


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