Bekommen wir es bald mit einer Inflation oder Deflation zu tun? An dieser Frage scheiden sich derzeit die Geister. Und Statistiken sind bekanntlich dazu da, manipuliert zu werden.
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Inflation oder Deflation?
Unter den Ökonomen, Analysten und auch allen anderen, die zur wirtschaftlichen Lage etwas beizutragen haben, wird momentan vor allem eine Debatte geführt: Führt uns diese Wirtschaftskrise und die Art und Weise, wie seitens der Politik und hier insbesondere der Geldpolitik darauf reagiert wird, in eine Inflation oder Deflation?
Die Anhänger der Deflatiostheorie haben die Wirtschaftsdaten zurzeit klar auf ihrer Seite. Die Preise fallen überwiegend, der jüngste Anstieg des Ölpreises wird daran nicht viel ändern. Und in der Tat fehlt einem momentan die Fantasie, aus welcher Richtung Inflation kommen sollte. Das Gelddrucken der Notenbanken führe nicht zwangsläufig zu einer Inflation, argumentieren die Anhänger der Deflationstheorie, da das Geld im Finanzsystem hängen bleibe. Japan sei das beste Beispiel. Trotz eines riesigen Haushaltsdefizits, das man dort seit Ausbruch der Wirtschaftskrise für diverse Konjukturpakete angehäuft hat, führte es bisher zu keinen Preissteigerungen. Im Gegenteil, immer wieder schlitterte die Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne in die Deflation.
Die Anhänger der Inflationstheorie haben in erster Linie den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite. Dieser sagt ihnen, dass die Staatsschulden, die nun noch in viel gigantischerem Ausmaß als schon in der Vergangenheit aufgebaut werden, im Grunde nie rückzahlbar sein werden. Und da ein Staat, der sich in seiner eigenen Währung verschuldet, nicht pleitegehen kann, weil der das Geld schließlich druckt, in dem er sich verschuldet, kommt schlichter Zahlungsausfall nicht infrage, sondern nur die Geld- und damit auch Schuldentwertung durch Inflation. Wann diese kommt und aus welcher Richtung ist zugegeben schwer vorhersagbar. Die Rohstoffnachfrage wäre eine mögliche Variante, die aufgrund der nach wie vor stabilen Nachfrage aus China und der wachsenden Weltbevölkerung steigen sollte, selbst wenn die Wirtschaft in den Industrieländern längere Zeit nicht wachsen würde.
Vor allem aber kann eine wirkliche Deflation als ausgeschlossen gelten, weil in einer Welt des reinen Papier- und nicht mit Gold gedeckten Geldes die Regierungen Deflation immer verhindern können. Und wenn sie zur Not den Leuten Schecks ins Haus schicken, wie die US-Regierung dies unter Präsident Bush bereits getan hat.
Wer sich vor einer möglichen Inflation schützen möchte, sollte sich vor allem an Sachwerte halten. Gold scheint hier derzeit die beste Möglichkeit zu sein, und es war im Übrigen fast die einzige Form der Geldanlage, mit der Rendite zu erzielen war. Das Interessante daran ist, dass Gold nicht weit von seinen Höchstkursen bei 1033$/Feinunze entfernt ist, obwohl von Inflation aktuell ja nichts erkennbar ist. Das bedeutet, dass es allein schon von der allgemeinen Unsicherheit profitiert. Kommt es aber auch noch zur Inflation, dürften die Feinunzenpreise explodieren. Für den Goldkauf bieten sich unterschiedliche Optionen an. ETFs sind sicherlich eine davon. Wer es mit Hebel mag, setzt auf entsprechende CFDs.
Der Dollar und die Deflation
In welche Richtung der US-Dollar nun gehen wird, darüber sind sich Experten noch uneinig. Es wird viel davon abhängen, wie die Zentralbanken außerhalb der USA entscheiden werden. Zinssenkungen der Bank of England, der EZB oder China helfen dem Dollar.
Da es weitere Zinssenkungen geben dürfte, wird wohl auch der Dollar wieder fester werden. Darüber hinaus spricht der Marktzyklus für einen festeren Dollar, abe rnur bis zur Mitte des Jahres 2009. Denn bei der Untersuchung der letzten 30 Jahre lässt sich feststellen, dass der US-Dollar typischwerweise immer in der ersten Hälfte des ersten Amtsjahres eines neuen US-Präsidenten fester notiert. Derzeit gibt es keinen Anlass dafür zu glauben, dass die Deflation zu einem abrupten Ende kommen wird, auch wenn Spekulationen über ein Greifen der massiven Zentralbank- und Staatsgelder herumspuken.
Die Rückführung von Fremdkapital dürfte noch nicht vollends abgeschlossen sein. Außerdem ist weiterhin unsicher, welche negativen Nachrichten noch auf uns zurollen. Die Finanzkrise vermochte es, selbst alteingesessene Marktkommentatoren noch in Angst und Staunen zu versetzen. Es können also noch Überraschungen kommen, die noch nicht in den Kursen eingespeist sind.


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