Neben Gold und Immobilien gelten auch Bundesschatzbriefe (im Volksmund auch “Bundesschätzchen” genannt) als relativ sichere Form der Geldanlage. Derzeit sind sie gefragt wie noch nie. Um die Milliardenpakete, die Abwrackprämien und all die anderen Späße bezahlen zu können, muss der Staat Schulden machen. Was bleibt ihm anderes übrig, als den Bürger anzupumpen? Da ein kompletter Staatsbankrott relativ unwahrscheinlich ist, gilt Deutschland als solider Schuldner. Daher im Folgenden einmal eine kleine Übersicht über die fünf bekanntesten Anlageformen, die der Staat zu bieten hat.
1. Bundesschatzbriefe
Die “Bundesschätzchen” gibt es in zwei verschiedenen Varianten: Typ A mit einer Laufzeit von sechs Jahren, schüttet jährlich die Zinsen aus. Typ B hat eine Laufzeit von sieben Jahren und schüttet sie erst am Ende aus, zusammen mit den Zinseszinsen. Für Typ A entschieden sich 2008 viermal so viele Sparer wie für Typ B. Mindestanlagewert sind jeweils 52 Euro.
Zinssatz: Im ersten Jahr gibt es 1,5 Prozent, die bis auf 3,75 Prozent im letzten Jahr ansteigen. Im Mittelwert aller Sätze ergibt das für den Typ A eine Rendite von 2,43 Prozent pro Jahr und für den Typ B von 2,64. Dafür, dass die Bundesschatzbriefe eine sehr hohe Sicherheit bieten, ein ganz passabler Wert.
Rückgabe: Bereits nach einem Jahr ist eine Rückgabe möglich, unabhängig von der gewählten Laufzeit von sechs oder sieben Jahren. Mit Zinsabzügen wird man dabei nicht bestraft. Die Papiere können nur alle 30 Tage im Wert von je maximal 5000 Euro zurückgeholt werden. Sind spontane Investitionen absehbar, sollte man lieber auf Tagesanleihen zurückgreifen (siehe Punkt 2).
Risiko: Es gibt keine Kursschwankungen, wie etwa bei börsennotierten Wertpapieren. Nach Ablauf der Zeit erhält man das eingesetzte Kapital zuzüglich Zins und Zinseszins zurück.
Kauf/Gebühren: Bundesschatzbriefe können kostenlos bei allen Banken und Sparkassen erworben werden. Dort können die Papiere auch kostenlos in einem “Schuldbuchkonto” verwahrt werden.
Tipp: Wer mit Bundesschatzbriefen spart, wird häufig als langweilig belächelt. Allerdings schnitten diese “Schätzchen” in den letzten 30 Jahren besser ab, als beispielsweise Rentenfonds.
2. Tagesanleihe
Seit Juli 2008 gibt es auch eine Tagesanleihe: Bereits 80.000 Anleger erfreuen sich an dieser neuen Form der Geldanlage. Im Grunde ihres Ursprungs sind sie fast wie ein Tagesgeldkonto und damit sehr flexibel. Der Mindestanlagewert beträgt 50 Euro.
Zinsen: Während es im Oktober noch mehr als vier Prozent gab, sieht es derzeit mit 1,06 Prozent eher mau aus. Dadurch, dass der Zinssatz täglich angepasst wird, kann sich das aber schon bald wieder bessern. Da sich der Zinssatz an Referenzzinssatz “Eonia” orientiert, der in Folge der Krise auf dem Finanzmarkt stark in den Keller gerutscht ist, leidet auch die Tagesanleihe hierunter.
Rückgabe: Guthaben können jederzeit bis zu einer Million Euro pro Tag zurückgeholt werden.
Risiko: Anders als bei Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen steht die Verzinsung nicht von vornherein fest. Wie viel Kapital am Ende zur Verfügung steht, weiß man erst hinterher. Verloren gehen kann eingezahltes Geld allerdings nicht.
Kauf/Gebühren: Es fallen beim Kauf keine Gebühren an. Allerdings sind die Tagesanleihen nicht bei Banken und Sparkassen erhältlich, sondern nur direkt bei der Deutschen Finanzagentur. Eine Lagerung der der Tagesanleihe ist bei Banken und Sparkassen derzeit noch nicht möglich.
Tipp: Den aktuellen Zinssatz für Ihre Tagesanleihe finden Sie im Finanzteil Ihrer Tageszeitung oder im Internet unter tagesanleihe.de
3. Finanzierungsschätze
Bei Finanzierungsschätzchen gibt es, wie bei Bundesschatzbriefen zwei verschiedene Typen: Papiere mit ein- und Papiere mit zweijähriger Laufzeit. Hierbei handelt es sich um Diskontpapiere, das heißt: Um am Ende der Laufzeit z.B. 1000 Euro zu erhalten, zahlt man einen niedrigeren Kaufpreis. Dieser Abschlag (Diskont) entspricht dem späteren Zinsertrag. Mindestanlage: 500 Euro.
Zinssatz: Papiere mit einjähriger Laufzeit rentieren derzeit mit 1,25 Prozent, werfen also weniger ab, als Bundesschatzbriefe im ersten Jahr. Das Gleiche gilt auch für Finanzierungsschätze mit zweijähriger Laufzeit. Mit “Bundesschätzchen” fährt man also in jedem Fall besser!
Rückgabe: Eine vorzeitige Rückgabe ist, anders als bei Bundesschatzbriefen, nicht möglich.
Risiko: Kein Risiko.
Kauf/Gebühren: Kostenfrei über die Finanzagentur und bei Banken erhältlich.
Tipp: Oberhalb der Mindestanlage können Sie jeden beliebigen Betrag in Finanzierungsschätze investieren, auch krumme Summen, also etwa 1216,32 Euro. Dies gilt übrigens auch für alle anderen staatlichen Sparangebote.
4. Bundesobligationen
Bundesobligationen werden an der Börse notiert, was bedeutet, dass sich der Kurs aus Angebot und Nachfrage ergibt. Wenn sie einmal ausgegeben wurden, laufen sie fünf Jahre lang und werfen jährlich feste Zinsen ab.
Zinssatz: Obligationen bieten mit 2,49% derzeit mehr als die bereits genannten Anlageformen.
Rückgabe: Möglich, aber nicht unbedingt zu empfehlen. Garantiert wird die am Kauftag gültige Rendite nämlich nur, wenn man das Papier bis Ende der Laufzeit hält! Verkauft man es vorher, geht das nur zum aktuellen Börsenkurs, weshalb man auch Verluste einfahren kann.
Risiko: Nur bei vorzeitigem Verkauf.
Kauf/Gebühren: Bei der Finanzagentur können Obligationen gebührenfrei erworben werden. Am Ende der Laufzeit muss man die Papiere selbst einlösen, was nur bei der Agentur nichts kostet. Banken verlangen dafür allerdings, wie bei Bundesanleihen, Gebühren.
Tipp: Es erscheinen jährlich nur 2 neue Obligations-Serien. Wie es um die Kurse bestellt ist, können Sie unter deutsche-finanzagentur.de einsehen.
5. Bundesanleihe
Wie die bereits erwähnten Obligationen werden auch Bundesanleihen an der Börse notiert und laufen je nach Typ zwischen 10 und 30 Jahren. Wie Obligationen werfen sie feste Zinsen ab.
Zinssatz: Wegen der langen Laufzeit sind die Renditen von Bundesanleihen mit derzeit 3,27% zwar höher als bei allen anderen Staatspapieren, allerdings will sich nicht jeder so lange binden.
Rückgabe: Wie bei den Obligationen besteht hier das Risiko eines Verlustes bei vorzeitigem Verkauf.
Kauf/Gebühren: Gebühr fällt an, da der Verkauf nur über Banken und Sparkassen stattfindet. Die Finanzagentur hat ihre Finger nicht im Spiel. Trotzdem kann man sie dort kostenlos verwahren lassen.
Tipp: Kurse und Renditen von Bundesanleihen verlaufen sich meist in Trends, die sich am besten in Charts darstellen lassen. Eine gute Übersicht findet sich unter boerse-frankfurt.de


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