Der ESM, besser bekannt als Europäischer Schuldenmechanismus (sachwertanlagetipps.de berichtete) wurde vom Bundesverfassungsgericht mehr oder weniger durchgewunken, allerdings mit kleineren Auflagen, die es zu erfüllen gilt: Erstens darf der ESM nicht unbegrenzt finanzielle Mittel bereitstellen, sondern muss ab der Haftungsgrenze von 190 Milliarden noch mal das Parlament fragen, ob der deutsche Steuerzahler weiterhin geplündert werden darf.

Als ob das deutsche Parlament in der Vergangenheit auch nur einmal hätte NEIN sagen können, wenn Rajoy, Monti & Co mal wieder ganz feste die Tränendrüse betätigt haben. Als zweites darf der ESM nun auch nicht ganz im Verborgenen wurschteln, wie es eigentlich von den Eurokraten gedacht und gewünscht war, sondern muss der Bundesregierung ab und zu mal Rechenschaft ablegen. OK, ein Sieg also für die Demokratie? Sagen wir so – keine ganz so herbe Niederlage, doch während sich tapfere Mitstreiter und Verfechter der Demokratie noch vehement dafür einsetzen, im Sinne des Steuerzahlers den ESM so gut als möglich zu torpedieren, denkt sich die Elite der größenwahnsinnigen Eurokraten schon eine andere Abartigkeit aus: Mario Draghi, von Beruf Italiener, ehemaliger Goldman Sachs-Jünger, größenwahnsinniger Eurokrat und nebenbei auch noch Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) verkündet vor dem ESM-Urteil einfach mal locker flockig, dass die EZB im Namen des Europäischen Steuerzahlers unbegrenzt Schrottanleihen von kriselnden Eurostaaten aufkaufen werde – und somit eine verbotene Staatsfinanzierung auf die Beine stellt.

Geldwerstabilität adé

Der Hintergundgedanke dieser abartigen Finanzierung von Staaten über die Notenpresse ist der, dass die Zinsen für langlaufende Staatsanleihen unter Kontrolle gebracht werden sollen, damit die Staaten sich schön weiter billig verschulden können.

Zinsen sind Warnschüsse der Investoren

Was Monti, Draghi, Merkel, Rajoy & Co dabei nicht bedenken: Die erhöhten Zinsen auf Staatsanleihen haben einen Sinn. Investoren und Anleger sagen damit: Leute, ihr habt einen Haufen Schulden, tretet mal auf die Bremse, sonst nimmt das noch ein übles Ende. Ohne die EZB wären Krisenstaaten also gezwungen, Reformen durchzuführen, wie z. B. das Streichen von 17. Monatsgehältern und eine Blindenpension für Taxifahrer auf der Insel Zakynthos. Hmm, wahrscheinlich ganz sinnvolle Maßnahmen, um die öffentlichen Kassen etwas zu entlasen. Durch die Finanzierung mit Mario Draghis Notenpresse entfällt allerdings dieser Reformdruck bald völlig. Ergo: Wir können weitermachen wie bisher, die EZB druckt uns alle paar Monate frische Scheinchen. Die Folge: Eine gigantsche INFLATION, denn das Geld wird auf diese Art und Weise bald nichts mehr Wert sein, was jeder von uns jetzt schon an der Tanksäule spürt oder beim Einkauf im Supermarkt.

Die Bankenunion – die nächste Abartigkeit steht schon in der Pipeline

Wie hat Angela Merkel neulich gesagt? Eine Vergemeinschaftung von Schulden kommt mit ihr nicht in Frage? Dann muss das wohl ihr Double gewesen sein, das diese ganzen haarsträubenden Entscheidungen der expansionswütigen Eurokraten-Elite nicht nur billigt, sondern auch  noch fördert. Denn ein Ausplündern der Sparguthaben deutscher Sparer reicht anscheinend nicht – es muss im Großeuropäischen Reich eine Bankenunion her, in der selbst kleine Sparkassen und Volksbanken für die Zockertätigkeiten der großen Investmentbanken haften. Gegen eine Europäische Bankenaufsicht wäre ja per se nichts einzuwenden. Aber die Eurokraten-Elite geht noch einen Schritt weiter und sagt: In der Bankenunion sollen alle Europäischen Banken sollen füreinander haften! Und dazu gehört auch der Einlagensicherungsfonds, der eigentlich dazu gedacht ist, IHR Vermögen bei einer Bankenpleite abzusichern. In Deutschland ist durch diese Regelung jedes Sparguthaben bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert (also ich meine, wenn das Wetter gerade schön ist, der DAX über 9000 Punkte steht und Frau Merkel und Herrn Barroso nicht gerade sinnvollere Alternativen einfallen, wie Sie das Geld des Europäischen Stuerzahlers verwenden können).

Abschreckung gegen Spekulanten

Auch diese nicht minder kranke Idee hat wieder nur einen Hintergedanken: Wohlhabende Investoren sollen davon abgehalten werden, gegen Banken zu spekulieren, denn „wir haben jetzt sogar das Geld der europäischen Sparer im Rücken, das wir allzu gerne ins Feuer legen.“ Die Eurokraten-Elite lässt sich also tatsächlich auf die gefährliche Zockerei mit milliardenschweren Hedgefonds und US-Investoren ein – und riskiert dabei den Verlust deutscher Sparguthaben. Was unsere Politiker nicht weiter stört, denn ihr eigenes Geld werden sie wohl längst ins Ausland geschafft haben.

Aufruf zum Widerstand

Auch Ifo-Chef Hans Werner Sinn hat die Gefahr erkannt, und warnt die Polit-Elite bei gleichzeitigem Aufruf an die Bürger, sich zu wehren:

Diese [Banken-Union] bedeute eine „kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Euro-Systems“. Da diese fast dreimal so groß seien wie die Staatsschulden, sei es „schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen“. Quelle: Spiegel Online

Sparguthaben in Gefahr

Wie man sieht, gerät unser Sparguthaben gleich von mehreren Seiten in Gefahr:

  • Entweder Frau Merkel verheizt es für die Pseudo-„Rettung“ angeschlagener Staaten (die sagenumwobene „Euro-Rettung), die mit den neuen Krediten nur noch tiefer in die Misere geritten werden.
  • Mario Draghi verheizt es, indem er grenzenlos Geld druckt und somit eine gewaltige Hyperinflation anfeuert, die letzten Endes Sparguthaben zu Gunsten der Schulden von Banken und Spekulanten entwertet
  • oder die Eurofanatiker setzen tatsächlich die deutsche Einlagensicherung aufs Spiel, um angeschlagene Zockerbanken aus der Misere zu befreien.

Wie auch immer, im schlimmsten Fall treten sogar alle drei Fälle gleichzeitig ein und wir steuern auf einer paneuropäische Wirtschaftskatastrophe zu, die ihresgleichen sucht.

Anlagetipps

Wie kann man sein Geld jetzt noch schützen? Jedem kritischen und nachdenkenden Bürger muss mittlerweile eigentlich von alleine klar sein, dass sein Geld auf einer europäischen Bank alles andere als sicher ist. Möglichkeiten sich der schleichenden oder offensichtlichen Enteignung zu entziehen sind daher im weitesten Sinne:

  • Ein Konto außerhalb der Eurozone, das nicht in Euro geführt wird. Achten Sie bei fremden Währungen auf die Wirtschaftskraft des jeweiligen Landes, es sollte von der Eurozone nicht zu sehr abhängig sein und einen Großteil seiner Exporte eher mit Rohstoffen abwickeln.
  • Immobilien in guten Lagen (Vorsicht, gewisse Regionen wie München und Hamburg sind derzeit hoffnungslos überkauft). Dennoch bietet eine Immobilie noch immer einen sehr guten Schutz gegen Inflation, wenngleich sich die Regierung mit einem Lastenausgleichs-Gesetz und anderen Abartigkeiten im Notfall dazu entscheiden könnte, sogar Immobilieneigentümer zu enteignen.
  • Gold und Silber sind einzigartige Analgemöglichkeiten, um einer Inflation zu entgegnen. Anders als bei einer Immobilie kann man so auch kleinere Geldbestände absichern. Vorsichtige Anleger legen Wert auf einen anonymen Kauf, denn auch ein Goldverbot wurde in der Vergangenheit schon ausgesprochen. Dennoch, was immer passiert, eine Unze Gold wird immer eine Unze Gold Wert sein – egal in welcher Währung.

Der vorsichtige und kluge Bürger wird es jedenfalls nicht zulassen, dass sein mühevoll erarbeitets Sparguhaben jetzt dazu verwendet Staaten und Banken rauszuhauen, die über Jahre hinweg entweder weit über ihre Verhältnisse gelebt haben oder sich in wahnwitzigen Immobilienprojekten verzockt haben. Die einzige Möglichkeit den Wahnsinn jetzt noch zu stoppen scheint nur noch zu sein, dem kranken System seinen Lebenssaft zu entziehen, das Geld.

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