Fast jeder Aktien-Trader hatte schon einmal das Glück, mit seiner Prognose über einen steigenden oder fallenden Kurs richtig zu liegen. Und fast jeder Aktien-Trader hatte auch schon mal einen größeren Gewinn im Depot und musste anschließend zusehen, wie dieser wegschmilzt wie Butter in der Sonne. Den richtigen Ausstieg zu finden ist gar nicht mal so einfach, immerhin könnte der Kurs ja noch ein bisschen steigen .. und noch ein bisschen und noch ein bisschen …
Doch dann kommt der große Crash. Der Kurs stürzt ins Bodenlose und das Papier wird nach unten durchgereicht, sodass man selbst mit einem StopLoss noch Verluste einfährt. Den perfekten Ausstieg aus einem Investment findet man selten. Entweder man verkauft viel zu früh, oder man wartet so lange, bis der große Crash kommt und man alles verliert. Die riesigen Gewinne mit Pennystocks, die ihren Kurs innerhalb eines oder mehrerer Jahre verzehnfachen, kommen zwar nur selten vor, aber wenn man ein solches Papier erwischt, macht man damit meist den Gewinn seines Lebens.
So gelingt der Mega-Trade
Wäre es nicht fantastisch einen funktionierenden Plan zu haben, der die Chance erhöht, den einen Mega-Trade bis zueltzt auszureizen? Diesen Plan gibt es und er basiert auf ein wenig Theorie, vielen Beobachtungen und der Wirtschaftsgeschichte an sich.
1. These
Die fundamentale Annahme besteht darin, dass Volatilität immer ein Ausdruck von Unsicherheit ist. Also bedeutet das Fehlen von Volatilität ein Fehlen von Unsicherheit. Volatilität kann auf verschiedene Arten gemessen werden, aber für uns lässt sich Volatilität sehr einfach beobachten. Beobachtet man zum Beispiel den FTSE-100 und den Small Cap Index, sieht man, dass in letzterem Nebenwerteindex sehr wenig Volatilität vorhanden ist. Sein Trend ist ähnlich wie der im FTSE-100, seine Entwicklung im Zeitverlauf aber gleichmäßiger. Das liegt daran, dass weltwirtschaftliche Entwicklungen nicht mittels Optionen, Futures und einer großen Liquidität in den Nebenwerte-Index eingepreist werden. Niemand wird Gold, Öl oder den Dollar mit einer Position in den Small Caps hedgen, mit Instrumenten aus dem FTSE-100 dagegen durchaus. Daher sind die täglichen Bewegungen des FTSE-100 viel weniger voraussehbar und deutlich unbeständiger. Trends, die nicht von einer hohen Volatilität betroffen sind, erscheinen daher viel durchschaubarer und sicherer. Diesen Gedanken sollte man beim Traden stets im Hinterkopf behalten.
2. These
Gleichgewichtspunkte werden erreicht, nachdem die Märkte bzw. die Aktien neu bewertet wurden. Die Veröffentlichung der Informationen sorgt schnell für ein neues Preislevel auf dem Markt. Ohne neue Informationen wird das Preislevel mit seiner inhärenten Volatilität aufrechterhalten oder aber eher unbedeutende Faktoren legen eine Trading Range fest. Diese Range hat einen natürlichen Pegel an Volatilität, den man sich als prozentualen Anteil am gesamten Aktienpreis vorstellen muss. Dieser Pegel kann durch generelle Marktbedingungen beeinflusst werden.
Das Problem
Sie haben eine Aktie gekauft, die ihren Wert verdoppelt hat. Sie wollen Ihren Gewinn sichern, da Sie nicht gierig sind und ein wenig Angst haben. Während einer Boom-Sitution kann es aber sein, dass die Aktien ein zweites oder sogar ein drittes, viertes und fünftes Mal in die Höhe schießen. Was muss man also tun, um nicht zu früh auszusteigen? Zuerst mal muss man sich darüber im Klaren sein, dass es einen Grund für den Boom gibt. Es ist also immer gut, erst mal den gesunden Menschenverstand einzusetzen und sich nicht nur auf die Technische Analyse verlassen. Diese Methode funktioniert nur auf einem transparenten Markt und nicht im Fall künstlicher Marktmanipulation bei Micro-Caps. Als nächstes können wir uns die Volatilität genauer ansehen. Gab es nur eine geringe Bewegung der Volatilität, sind wir zufrieden. Je offensichtlicher und rauschärmer die Bewegung war, umso besser, weil der Chart dadurch wenig Zweifel an der Veränderung des Preises zeigt. Dies gilt sowohl für steigende als auch für fallende Kurse. Sie können dies in anderen Situationen durchaus zu Ihrem Vorteil nutzen. Sie verkaufen also nicht, sondern warten auf den Beginn einer Seitswärtsphase. Das ist der neue Preiskorridor und es bleibt abzuwarten, ob der Kurs letztendlich durch die Decke geht oder ob er absäuft. Man kann natürlich nie genau wissen, was passiert. Auf jeden Fall sollte man den Stop-Kurs dort ansetzen, wo es sich für einen “richtig” anfühlt. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dem Kurs ausreichend Platz zu lassen für die übliche Marktvolatilität.
Box-Technik
In den 50er Jahren setzte ein erfolgreicher Spekulant namens Nicolas Darvas eine Box über den Preiskorridor und benutzte eine obere Begrenzung, bei dessen Überschreiten er seine Position verdoppelte. Betrachtet man das Volatilitätsmodell genau, so ist das Ausbrechen der Aktie nach oben häufig ein Anzeichen für weitere Gewinnmöglichkeiten. Die Idee besteht darin, den Stopp sehr eng und das Limit deutlich höher anzusetzen, um damit einen Auslöser für hohe Preisänderungen anzuzeigen. Das bedeutet, Sie verkaufen, wenn Ihr Stopp-Niveau erreicht ist und steigen ein, sobald die obere Begrenzung durchbrochen wird. Die obere Grenze einer Box bestimmte Darvas, wenn der Kurs nach drei aufeinander folgenden Tagen nicht mehr unterschritten wurde. Darvas machte genau das durch seine Box, die einen guten Indikator für die Volatilität seiner Aktie darstellte. Sollte der Preis für die Aktie steigen, können die unteren und oberen Grenzen der Box angepasst werden, um den Anstieg zu quantifizieren. Eine 5-Pence-Range bei einem 100-Pence-Aktienkurs entspricht also einer 10-Pence-Range bei einem 200-Pence-Aktienkurs, und die Volatilität wird sich dem Anstieg anpassen.
Fazit
Je größer die Handelsspannen sind, desto größer ist die Unsicherheit, damit liegt ein bärischer Indikator vor. Wenn die Kursspanne hingegen eng ist, handelt es sich um einen Indikator, der auf einen entspannten Markt hindeutet. Der Markt ist also mit der Bewertung der Aktie einverstanden, womit weiteren Kursschüben nichts im Wege steht.




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