Münzen von Kleinstaaten – Miniauflagen sorgen für Wertezuwachs
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Monaco, San Marino, Vatikan, wer an Wertsteigerungen bei Euromünzen denkt, dem fallen auf Anhieb diese drei Namen ein. Der Grund: Im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern sind die Auflagen in diesen Kleinstaaten verschwindend gering. Und in Zukunft wird das Angebot noch knapper.
Sie sind keine Vollmitglieder der EU, aber sie dürfen den Euro prägen: Die Kleinstaaten Monaco, San Marino und Vatikan. Durch Währungsabkommen sind sie über ihre EU-Mutterländer Frankreich und Italien mit dem Euroraum verbunden. Bis zu einer jeweiligen Höchstgrenze, beispielsweise einer Million Euro Nennwert jährlich beim Vatikan, ist es den Ministaaten gestattet, Münzen in Euro-Währung auszugeben. Damit wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass diese drei Länder auch soch vor 2002 eigene Münzen prägen durften – damals noch in Francs und Lire.
War das Interesse der Sammler an diesen Vor-Euro-Münzen noch eher verhalten, so entstand mit der Währungsumstellung ein gewaltiger Run auf die Kleinstaatenmünzen. Denn nun gehörten sie nicht nur zur jeweiligen Länderkollektion, die man nach Belieben sammeln konnte, jetzt waren die Münzen von Monaco, San Marino und dem Vatikan plötzlich unverzichtbarer Bestandteil einer vollständigen Euro-Kollektion. Jeder Komplettsammler wolle (und will) sie besitzen. Allein: Die Miniauflagen gestatten dieses Privileg nur sehr wenigen. Und weil bei hoher Nachfrage aber einem geringen Angebot bekanntlich die Preise steigen, kam es zu den teils schon legendären Wertsteigerungen.
Ab nächstem Jahr dürfte sich die Situation noch einmal verschärfen. Schuld daran ist eine neue gemeinsame Leitlinie der EU-Kommission. Wörtlich heißt es in der von den Staats- und Regierungschefs der EU am 10. Februar 2009 gebilligten Richtlinie: “Euro-Umlaufmünzen sollten zum Nennwert in Umlauf gebracht werden. Dessen ungeachtet kann ein kleiner Teil der ausgegebenen Euro-Münzen zu einem höheren Preis veräußert werden, wenn dieser Preis durch eine besondere Qualität oder Aufmachung gerechtfertigt ist.” Im Klartext bedeutet das, dass künftig mehr als die Hälfte der geprägten Umlaufmünzenmenge zum Nennwert in den Verkehr gebracht werden soll und nur der verbleibende kleinere Teil in “polierter Platte” oder als Kursmünzensätze vom Ausgabeland über Nominal verkauft werden darf.
Für Deutschland und die anderen großen Euro-Länder bringt die neue Richtlinie insoweit keine Veränderung. Anders dagegen bei den Kleinstaaten San Marino und Vatikan, die dadurch erhebliche finanzielle Einbußen hinzunehmen hätten. Denn hier gelangen derzeit praktisch überhaupt keine Kursmünzen regulär in den Umlauf. Der Vatikan beispielsweise gibt für 2009 eine Höchstauflage von 91.400 kompletten Serien in Stempelglanz an, von denen 85.000 zu Kursmünzensätzen verpackt und zu einem höheren Preis als 3,88 Euro, also der Summe der aufgeprägten Nennwerte, ausgegeben wird.
Sollte die Richtlinie so umgesetzt werden, bedeutet dies, dass von denen etwas mehr als 106.000 kompletten Serien pro Jahr nur noch rund 50.000 als Kursmünzensätze ausgegeben werden sollen. Die Auflage der Sätze würde also glatt halbiert! Bei gleichbleibend hoher Nachfrage dürften die Preise für Vatikan-Jahressätze deshalb ab 2010 explodieren.
Möglicherweise ist das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen. Vom Vatikan jedenfalls war zu hören, dass die Umsetzung der EU-Richtlinen zu “operativen Problemen” führen werde, deshalb müsse man nochmals miteinander sprechen.

