Geschlossene Fonds verdienen weiter

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Geschlossene Fonds verdienen weiter, während das Vermögen eingefroren ist. Sie verwalten die Immobilien und nehmen Mieten ein, nur die Anleger auszahlen dürfen sie nicht. Um an frisches Geld zu kommen, müssen die Gesellschaften neue Anteile ausgeben oder oder Immobilien verkaufen. Tatsächlich fließt den Fonds frisches Geld zu, das hat aber nicht gereicht, um Anteile zurückzunehmen. Deshalb mussten die Fonds, die vorerst drei Monate geschlossen hatten, die Frist verlängern. In dieser zweiten Schließungsphase sind die Fondsmanager verpflichtet, Immobilien zu verkaufen, allerdings nur, wenn die Bedingungen “angemessen” sind. Verschleudern müssen sie die Immobilien nicht.

Was angemessen bedeutet, ist umstritten. Ein Verkauf mitten in der Krise sei schwierig, heißt es in der Branche. Es finde kaum Handel statt. Die Fondsmanager verwerfen offenbar pauschal Kaufangebote, die unter dem gutachterlich festgestellten Verkehrswert liegen.

Die Regel, dass eine Immobilie nicht unter Verkehrswert verkauft werden darf, gilt aber nur in normalen Zeiten  und nicht, wenn ein Fonds die Rücknahme der Anteile ausgesetzt hat. Das hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in einer Auslegungsentscheidung Anfang Februar festgestellt. Die Frage, ob ein Kaufangebot angemessen sei oder nicht, müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Dass ein Angebot unter dem Verkehrswert  ohne nähere Prüfung verworfen würde, sei mit dem Gesetz nicht vereinbar.

Sollte sich nach zwölf Monaten herausstellen, dass die flüssigen Mittel immer noch nicht ausreichen, um die Anleger auszuzahlen, können die Fondsgesellschaften die Rücknahme der Anteile für ein weiteres Jahr aussetzen. Haben sie auch nach zwei Jahren noch nicht genügend freie Mittel, müssen sie die Immobilien im Bestand beleihen, um Anleger auszahlen zu können. Länger als zwei Jahre darf ein Fonds nicht geschlossen bleiben.

Wert der Immobilien

Anleger fragen sich natürlich auch, ob die Immobilien ihr Geld noch Wert sind, schließlich werden fast überall sinkende Immobilienpreise gemeldet. Auf dem Tagesmarkt bestimmen jedoch Angebot und Nachfrage den Preis. Es kommt zu hohen Ausschlägen nach oben und unten. Die Gutachter der offenen Fonds stellen den Wert einer Immobilie hingegen anhand der langfristig erzielbaren Miete fest. Das glättet kurzfristige Schwankungen. Der ermittelte Wert kann auch dann richtig sein, wenn niemand diesen Preis zahlen will. Das allein ist kein Grund, eine Immobilie abzuwerten.

Unter Fondsexperten gilt es allerdings als umstritten, ob die Methode der Gutachter zuverlässig den wahren Wert der Immobilien widerspiegelt. Auch die Bafin schreibt: “Es ist ferner zu untersuchen und entsprechend zu dokumentieren, ob eine Neubewertung der Immobilien aufgrund der Änderung wesentlicher Bewertungsfaktoren erforderlich sein könnte.

Die Frage nach der richtigen Bewertung betrifft die gesamte Branche und gilt auch für noch offene Fonds.

Mai 27, 2009
Posted in Immobilien — sachwertanlage @ 11:46 am

Erst zwei Fonds sind wieder offen

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Geschlossen sind seit Oktober die Fonds DEGI Europa, CS Euroreal, KanAm grundinvest und US-grundinvest, TMW Immobilien Weltfonds, Axa Immoselect, SEB ImmoInvest, Morgan Stanley P2 Value, DIE Real Estate sowie die UBS-Fonds Euroinvest Immobilien und 3 Kontinente Immobilien.

Neun der elf Fonds hatten zunächst für drei Monate geschlossen und haben die Anteilsrücknahme nun weiter ausgesetzt – auf bis zu neun Monate. Möglicherweise öffnen sie auch früher wieder. Die SEB will im 2. Quartal 2009 wieder Anteile zurücknehmen. Die UBS-Fonds hatten von vorneherein sechs Monate ausgesetzt. Sie bleiben mindestens bis April geschlossen. Nur zwei der offenen Immobilienfonds, die das Fondsvermögen Ende Oktober eingefroren hatten, sind seit Januar wieder auf: der DEGI international und der Catella Focus Nordic Citiesm, der sich allerdings nur an Großkunden richtet.

Neues Geld muss her

Je länger die Schließungen andauern, desto größer wird die Furcht unter den Anlegern, dass sie am Ende mit Verlust dastehen könnten. Das kann, muss aber nicht sein. Die hohen Mittelabflüssen hatten nach Ansicht der Branche nichts mit der Qualität der Portfolios zu tun. Die institutionellen Investoren haben das Geld nicht deshalb abgezogen, weil sie den Fonds nicht mehr vertrauten, sondern weil sie einen erhöhten Liquiditätsbedarf hatten. Die Fonds von Commerz Real sind von den Schließungen nicht betroffen.

Dass es um Fonds nicht schlecht bestellt sein muss, zeigen auch die Jahresergebnisse. Der KanAm grundinvest beispielsweise spielt ganz oben mit. Die ebenfalls geschlossenen SEB ImmoInvest, der Axa Immoselect und der UB 3 Kontinente Immobilien zählen immerhin zu den überdurchschnittlichen Fonds.

Mai 25, 2009
Posted in Immobilien — sachwertanlage @ 4:51 pm

Offene Immobilienfonds nehmen keine Anteile zurück

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Elf offene Immobilienfonds nehmen derzeit keine Anteile zurück, weil sie kein Geld flüssig haben. Verluste haben sie aber nicht gemacht. Gute Nachrichten für alle Anleger, deren offene Immobilienfonds zurzeit “geschlossen” sind: Zwar nehmen die meisten noch immer keine Anteile zurück, doch zumindest liegt keiner dieser Fonds im Minus. Ende Februar verzeichneten sogar Fonds auf Jahressicht ein Plus, mit Ausnahme des Euro ImmoProfil der Gesellschaft “iii”.

Offene Immobilienfonds galten jahrzehntelang als solide Geldanlage. Sie verwalten geschäftlich genutzte Immobilien wie Büros oder Hotels und leben von den Mieteinnahmen. Ein Teil des Geldes liegt in Zinsanlagen, die shcnell verfügbar sind, damit Anleger jederzeit Anteile zurückgeben können. Normalerweise reicht dieses Geld, weil private Sparer offene Immobilienfonds als eine langfristige Anlage betrachten und nicht dauernd hin und herschichten.

Der Sand im Getriebe sind größere Investoren, wie Vermögensverwalter. Sie missbrauchen die Fonds als Geldparkplatz und legen nur kurze Zeit dort an. Sie hatten bereits vor drei Jahren die Schließungen der Fonds KanAm grundinvest und KanAm US-grundinvest mit ausgelöst und waren auch Grund für die Fondsschließungen jetzt.

Im Oktober 2008 zogen Anleger auf einen Schlag 5,1 Milliarden Euro ab. Einige Fonds traf es besonders stark. Insgesamt beträgt das Vermögen der offenen Immobilienfonds derzeit rund 85 Milliarden Euro. Das Gesetz schreibt vor, dass 5 Prozent des Fondsvermögens liquide sein müssen. Wann die Fonds tatsächlich nichts mehr auszahlen dürfen, hängt aber davon ab, ob sie noch ordnungsgemäß bewirtschaftet werden können.

Mai 24, 2009
Posted in Immobilien — sachwertanlage @ 10:41 pm

Goldsparplan für Kinder

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Die Bullion Value KG, Emissionshaus in Hamburg, bietet Einmalanlagen für Gold, Sparpläne und eine Kombination aus beidem an. Einmaleinlagen gibt es ab 2500 Euro mit einem Aufschlag von 5,75 Prozent und Tresorgebühren von 1,35 bis 1,5 Prozent pro Jahr. Deutlich höher sind die Kosten für Sparpläne, in die Anleger mit monatlichen Raten ab 50 Euro einzahlen können. Der “Standard-Goldsparplan” muss mit mindestens zwölf Monatsraten bedient werden. Für 50-Euro-Raten kassiert die Bullion Value jeweils 8,5 Prozent Gebühren im Monat.

Der Junior-Goldsparplan, mit dem Großeltern, Eltern und Paten Kindern unter 18 Jahren die Zukunft “vergolden” können, hat eine Laufzeit von mindestens 60 Monaten. Die Abschlussgebühr beträgt 50 Euro und der Aufschlag pro 50-Euro-Rate 7,5 Prozent. Der Aufschlag für den Standardsparplan sinkt bis auf 5,5 Prozent (Juniorsparplan 4,5 Prozent), wenn Anleger Monatsraten von 350 Euro zahlen. Auch die Tresorkosten sinken nach einem Jahr. Trotzdem sind die Sparpläne vergleichsweise teuer.

Die Taurus Edelmetalle AG in Liechtenstein verkauft über die Vermittlungsfirma B.G.-p.oHG in Bad Kissingen Einmalanlagen ab 2500 Euro. Neben einer Bearbeitungsgebühr von 5 Prozent werden Lagergebühren von 1,5 Prozent pro Jahr fällig. Auch hier können sich Kunden ihr Gold gegen Zahlung der Transportkosen ausliefern lassen.

Wenig erfreulich ist allerdings die Gewinnbeteiligung, die Taurus mit Anlegern vereinbart. Steigt der Goldpreis einmal kräftig und macht der Kunde mit seinem Gold mehr als 10 Prozent Gewinn, kassiert Taurus 20 Prozent von dem Mehrerlös, der über 10 Prozent liegt.

Mai 17, 2009
Posted in Geldanlage — sachwertanlage @ 11:57 am

Mit Gold spekulieren

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Will man Gold zur Preisspekulation nutzen, dann kann man auch börsengehandelte Goldfonds (ETCs) kaufen. Eine Versicherung gegen die Krise bieten sie jedoch nicht. Geht die Bank pleite, ist auch das Geld weg.

Wenn wegen der hohen Nachfrage der Goldpreis steigt, dann kann man mit dem Kauf von Zertifikaten direkt davon profitieren. Allerdings bieten Zertifikate keinerlei Versicherung gegen eine Verschärfung der Krise, etwa durch weitere Bankenpleiten oder gar eine Währungsreform. Im Gegenteil: Geht die Bank, die das Zertifikat herausgegeben hat pleite, ist das Geld verloren. Sicher geht man nur, wenn man physiches Gold kauft.

Wer mit Zertifikaten auf den Goldpreis spekulieren will, hat mehrere Möglichkeiten. Wer ein Zertifikat kaufen will, sollte die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs beachten, sich wegen des Pleiterisikos den Emittenten sorgfältig aussuchen und eine geeignete Laufzeit wählen.

Goldpreiszertifikate

Ein Goldpreiszertifikat bildet den Goldpreis ab. Es funktioniert wie ein Indexzertifikat. Das Goldzertifikat der Commerzbank läuft endlos. Es bildet den in Euro umgerechneten Goldpreis im Verhältnis 10:1 ab. Ein Beispiel: Gold kostet 921 Dollar, das sind 682 Euro. Für das Zertifikat ergibt sich ein Preis von rund 68,20 Euro.

Das Goldzertifikat der Commerzbank gibt es auch währungsgesichert, als Quantozertifikat. Hier wird 1 Dollar gleich 1 Euro gesetzt. Allerdings kostet die Währungssicherung Gld, das schmälert einen möglichen Gewinn.

Das Zertifikat DWS Go Safe Gold Quanto Tracker schützt nicht nur vor Währungsverlusten, sondern auch vor einer Pleite der DWS Go. Dafür hinterlegt die DWS Go Staatsanleihen als Sicherheit in einem Extra-Depot bei der Deutschen Bank in Luxemburg.

Discountzertifikate

Mit einem Discountzertifikat spekuliert der Anleger mit Rabatt auf den Goldpreis. Daduch schmerzen Kursrückgänge weniger. Im Gegenzug ist der Gewinn gedeckelt.

Das Discounterzertifikat Classic der Commerzbank hat eine Kursobergrenze, einen Cap. von 850 Dollar. Der Anleger bekommt es zum Preis von 74,53 Euro. Steht der Goldpreis am 15. Dezember 2009 auf auf oder über 850 Dollar, bekommt der Anleger 85 Euro zurück, das sind 10,47 Euro Gewinn pro Zertifikat. Fällt Gold hingegen unter 850 Dollar, gibt es dementsprechend weniger. Das Zertifikat ist währungsgesichert.

Bonuszertifikate

Ein Bonuszertifikat bringt mehr Ertrag als das Gold selbst, wenn sich der Goldpreis seitwärts bewegt.

Das Gold Quanto Capped Bonus Zertifikat von ABN Amro, jetzt Royal Bank of Scotland, läuft bis 18. Dezember 2009. Es kostet am 25. März 99,70 Euro. Wenn der Goldpreis bis zur Fälligkeit nicht unter 600 Dollar sinkt, zahlt die Bank je nach Zertifikat 110 Euro zurück. Das ist ein Plus von 10,3 Prozent. Sie zahlt die 110 Euro, wenn der Goldpreis bei 700 Dollar liegt genauso, wei wenn er bei 1200 Dollar stehen sollte. Fällt Gold allerdings unter 600 Dollar, ist der 110-Euro-Bonus weg.

Hebelzertifikate

Hebelzertifikate eignen sich nur für sehr risikobereite Anleger. Ein Totalverlust ist sogar möglich, wenn der Herausgeber, der Emittent, nicht pleite geht. Dafür bieten diese Zertifikate enorme Gewinnchancen.

Der Hebeleffekt vervielfacht Gewinne und Verluste. Außerdem haben Hebelzertifikate eine Knock-out-Schwelle. Das ist ein vom Emittenten festgelegter und regelmäßig angepasster Goldkurs. Wird diese Schwelle durchbrochen, erhält der Anleger allenfalls einen geringeren Restwert für sein Zertifikat.

Für kurzfristige Spekulationen sind Hebelzertifikate ideal. Wer eine klare Vorstellung hat, wo der Goldpreis in ein paar Monaten stehen wird, kann sein Glück versuchen. Dabei ist es egal, ob er steigende oder fallende Kurse voraussieht, denn passende Zertifikate gibt es für beide Perspektiven. Produkte mit großem Hebel eignen sich nur für professionelle Spekulanten. Andere sollten nur mit kleinen Hebeln arbeiten.

Das WaveXXL-Zertifikat der Deutschen Bank erhöht die Chancen und Risiken bei einem Goldpreis von rund 910 US-Dollar um das 3,2-Fache. Anleger setzen damit auf steigende Goldkurse. Fällt der Goldpreis unter unter 653,15 US-Dollar, ist die Laufzeit des Zertifikats zu Ende und der Anleger erhält nur einen Bruchteil seines Einsatzes zurück.

Mit ähnlichem Hebel auf einen fallenden Goldpreis wetten Anleger beim Gold Mini Short der Royal Bank of Scotland. Steigt der Goldpreis über 1193 US-Dollar, ist dieses Zertifikat allerdings “ausgenockt”.

Mai 12, 2009
Posted in Geldanlage — sachwertanlage @ 3:40 pm
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